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FALSCHAUSSAGEN BEIM SWR

Stellungnahme des wüstenstrom e.V. zum Bericht in der Landesschau des SWR Baden-Württemberg vom 15.05.2008: „Umstrittene Therapien für Homosexuelle bei Wüstenstrom“


Wir bedauern sehr, feststellen zu müssen, dass der Bericht von Martin Klein unwahre Tatsachenbehauptungen sowie beleglose Mutmaßungen enthält.

Wir wundern uns, dass zwei Quellen für den SWR ausreichend waren, um einen Bericht zu veröffentlichen, in dem wüstenstrom als Organisation dargestellt werden soll, die homosexuell empfindenden Menschen schadet. Um dies zu erreichen, hat der SWR und hat Herr Klein zahlreiche Informationen ignoriert, die in 20 Minuten Interview mit Stefan Schmidt, über die Webseite von wüstenstrom und durch ein offizielles Schreiben zusammen mit einer Presseerklärung von wüstenstrom zur Verfügung gestellt wurden. Auch die zahlreichen Stellungnahmen anerkannter Verbände, Persönlichkeiten und christlicher Träger, die sich in der Diskussion um das Christival für wüstenstrom eingesetzt haben, bleiben ebenso unerwähnt, wie die Aussagen von Psychologen und Psychiatern bei der Pressekonferenz des Deutschen Instituts für Jugend und Gesellschaft, die vom SWR ebenfalls aufgezeichnet wurden.

Wenn der SWR in der ausgestrahlten Sendung betont, wir hätten im Vorfeld mit rechtlichen Schritten gedroht, so stellen wir klar: Nie haben wir bestritten, dass es Redakteuren des SWR freisteht, eine auch sehr kritische Meinung gegenüber wüstenstrom zu äußern. Richtig ist jedoch, dass wir erwarten, dass wahrheitsgemäß und vollständig berichtet wird und dass wir uns vorbehalten, gegen unwahre Tatsachenbehauptungen vorzugehen.

Daher stellen wir klar:

Der schweizerische Psychotherapeut Udo Rauchfleisch, darf im Beitrag „belegen“, dass wüstenstrom „umpole“ und also nicht ergebnisoffen berate. Beide Behauptungen weisen wir als rufschädigende Verleumdungen von uns. Bereits seit zehn Jahren weist wüstenstrom seine beraterische Ethik durch eine ausführliche Selbstverpflichtung aus. Hierin ist die Ergebnisoffenheit wesentlicher Bestandteil. Diese Selbstverpflichtung ist und war für Herrn Rauchfleisch genauso wie für den SWR auf unserer Webseite nachzulesen. Interessanterweise bleibt diese Behauptung dann auch ohne Beleg: weder der zitierte Ratsuchende, noch die Gruppierungen, bei welchen SWR recherchiert hat, konnten als Quellen für die mangelnde Ergebnisoffenheit zitiert werden! Wir beanstanden aber auch die Auswahl des „Experten“. Herr Rauchfleisch bezeichnet sich als homosexuell und ist einzig dadurch bekannt, dass er in gewissen Abständen von Homosexuellenverbänden als Gutachter gegen wüstenstrom zitiert wird. Herr Rauchfleisch kennt aber wüstenstrom und unsere Arbeit nicht und tritt auch hier mehr als Lobbyist auf, denn als Fachmann.

Neben Herrn Rauchfleisch wird ein anonymer ehemaliger Ratsuchender angeführt, der mit dem Ziel zu wüstenstrom gekommen sein soll, seine sexuelle Orientierung zu ändern. Im Unterschied zum (ehemaligen) Ratsuchenden, der als Angelpunkt des Berichts herausgehoben wird, ist es Beratern und Therapeuten nicht möglich und wäre es auch nicht statthaft, über einen Beratungsverlauf, Diagnosen oder über Ratsuchende Auskunft zu geben. Auch wissen wir nicht, um wen es sich dabei handelt. Daher stellen wir allgemein fest: Die angeblichen Kosten, die der junge Mann angibt, sind für uns nicht nachvollziehbar. Richtig ist, dass wüstenstrom für Einzelberatungen einen Kostenbeitrag in Höhe von 50,- Euro pro Stunde und für 3tägige Intensivseminare in Höhe von 180,- Euro erbittet. Wenn der junge Mann ferner angibt, Menschen zu kennen, die im Zusammenhang mit der Beratung bei wüstenstrom Selbstmordversuche unternommen hätten, sagt er nachweislich die Unwahrheit. Schließlich erklären wir, dass wir nachvollziehen können, dass es Ratsuchenden im Verlauf einer Beratung auch subjektiv schlechter gehen kann, je nach Beratungsphase und Thema, das bearbeitet wird und je nach Störungsbild, unter dem ein Ratsuchender leidet. Wir arbeiten mit Fachkollegen zusammen, mit Therapeuten und Psychiatern und verweisen gern weiter, wenn das vom Ratsuchenden gewünscht wird oder wenn im Beratungsverlauf vom Berater eine Notwendigkeit zur psychiatrischen Abklärung festgestellt wird. Dass vom Ratsuchenden ein Hinterfragen seiner Absicht, den Beratungsprozess abzubrechen und zu einem anderen Berater oder Therapeuten zu wechseln, so gedeutet werden kann, als erschwere man ihm den Wechsel, ist für Fachleute leicht erklärbar. Es gehört zum beraterischen und therapeutischen Handwerkszeug, dass Beratungsabbrüche hinterfragt werden. Ratsuchende inszenieren nämlich häufig pathologische Bindungsmuster oder destruktives Abwehrverhalten im Verlauf eines Beratungsprozesses, umso mehr, wenn es sich dabei um einen Menschen handelt, der unter so genannten Persönlichkeitsstörungen (wie z.B. Borderline) leidet. Hier muss die Beziehungsdynamik aufgedeckt werden, um den bis dahin erzielten Beratungserfolg nicht zu gefährden. Wir freuen uns jedenfalls, dass der anonyme Ratsuchende von wüstenstrom weg offenbar den Wechsel zu einem Therapeuten vollzogen hat, bei dem er sich gut aufgehoben fühlt. Da er nun offenbar – wie im Bericht angedeutet wird – zufrieden homosexuell lebt, hat er wohl eine Lösung für sich gefunden, mit der er gut leben kann. Das begrüßen wir.

Tamm, 19.Mai 2008
Stefan Schmidt
Sprecher, wüstenstrom e.V.

Verweise