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UNSERE GESCHICHTE

Geschichte und Entdeckung


Die Geschichte von wuestenstrom beginnt im Jahr 1993. Unsere Gründung war damals gleichermaßen bewegt von inneren Entdeckungen und äußeren Bewegungen.

1993 trafen wir uns: Wir waren drei Männer mit offenen Fragen bezüglich unserer eigenen homosexuellen Empfindungen. Wir standen vor der Entscheidung, ob wir diese sexuelle Orientierung einfach akzeptieren müssten oder ob es eine Chance auf Veränderung gäbe.

Hilfsangeboten, welchen wir bis dahin in christlichen Gemeinden begegnet waren, standen wir skeptisch gegenüber. So hörten wir aus einer Richtung die Botschaft, dass man Sexualität so anzunehmen habe, wie sie ist, aus einer anderen hörten wir, dass alle sexuellen Impulse sündig und darum zu verdrängen seien oder mit Problemen der Vergangenheit zusammenhingen, die in einem undurchschaubaren „Heilungsvorgang“ gelöst werden müssten.

Solche Ansätze machten uns hilflos. Hoffnung entstand da, wo wir alle Denkschablonen hinter uns ließen und spürten, dass wir in unseren sexuellen Empfindungen auf der Suche nach etwas waren. Es war die Suche nach unserem Mannsein, das wir nur minderwertig oder unsicher in uns erlebten. Es war die Entdeckung, dass wir unsere Sexualität dazu benutzten, um in uns das brüchige Gefühl unserer Persönlichkeit zu reparieren oder uns die Annahme und Bestätigung von Menschen, die nur mangelhaft in unser Empfinden vorgedrungen war, herbeizuphantasieren.

Wir machten also die Entdeckung, dass in unserer Sexualität nicht-sexuelle Motive und Lebensfragen verborgen waren und verstanden: Veränderung wäre möglich, wenn es uns gelänge, diese Lebensfragen zu beantworten!

Auf der Grundlage dieser Entdeckung haben wir innerhalb von wuestenstrom 1997 begonnen, einen Ansatz der Veränderung zu formulieren. Für uns als Christen war es wichtig, dass dieser Ansatz auf einer klar begründeten Theologie basiert und anhand wissenschaftlicher Grundlagen der Psychologie diskutierbar ist.

DASS DU GOTT BRAUCHST, MEHR ALS ALLES, WEISST DU ALLEZEIT IN DEINEM HERZEN;

ABER NICHT AUCH, DASS GOTT DICH BRAUCHT, IN DER FÜLLE SEINER EWIGKEIT DICH?

WIE GÄBE ES DEN MENSCHEN, WENN GOTT IHN NICHT BRAUCHTE, UND WIE GÄBE ES DICH?

DU BRAUCHST GOTT, UM ZU SEIN, UND GOTT BRAUCHT DICH

- ZU EBEN DEM, WAS DER SINN DEINES LEBENS IST.


(Martin Buber, Ich und Du, 1923)

Geschichte und Arbeitszweige


1993 Eine kleine Gruppe von Männern trifft sich, um miteinander Fragen bezüglich ihrer homosexuellen Empfindungen zu bewegen.

1994 Erste Berührung zwischen dem „Arbeitskreis Wüstenstrom“, der innerhalb der ELOPS-Gemeinschaft (Bad Windsheim) gegründet wurde und der 1993 entstandenen Selbsthilfegruppe.

1995 und 1996 Erste Überlegungen zum Start einer gemeinsamen Wüstenstrom-Arbeit.

1995 und 1996 Start der ersten Selbsthilfegruppen nach dem amerikanischen „Living Waters-Modell“.

1996 Abbruch der „Living Waters-Arbeit“.

1997 Neubeginn der Wüstenstrom-Arbeit unter dem Dach der Adoramus-Gemeinschaft. Äußeres Kennzeichen der Veränderung: Aus dem Arbeitskreis Wüstenstrom wird wuestenstrom.

1997 Aufnahme der Beratungsarbeit für Menschen, die ihre Sexualität und ihr Frau- bzw. Mannsein konflikthaft erleben.

Mitte 1997 Neuanfang der Arbeit nach dem „Living Waters-Modell“.

1997 Mitarbeit von wuestenstrom auf kirchenpolitischer Ebene, mit dem Ziel, sich für das „Recht auf Veränderung“ einzusetzen.

1999 Gründung des Arbeitszweiges „eikon“ – Ebenbild. Ziel: Basisarbeit in christlichen Gemeinden, um dort Orientierung in den Fragen des Frau- und Mannseins und der Sexualität zu geben.

1999 Gründung des Arbeitszweiges „Schulung und Fortbildung“ mit dem Ziel, nicht-professionellen und professionellen Helfern den Ansatz von wuestenstrom in Theorie und praktischer Methodenlehre zu vermitteln.

26.6.2000 wuestenstrom wird eingetragener Verein.

2003 Gründung des „Freundschaftsnetzwerks“. Ziel ist der Aufbau eines Selbsthilfe- und Freundesnetzwerkes für Frauen und Männer, die eine Veränderung ihrer homosexuellen Empfindungen anstreben.

2004 Gründung von wuestenstromCH als Beratungsstelle in der Schweiz.

2005 Alle Living Waters-Gruppen in Deutschland arbeiten nicht mehr nach dem Living Waters Arbeitsbuch, sondern mit dem Arbeitsbuch "Aufbruch Leben", das von Markus Hoffmann geschrieben wurde.

Verweise