wuestenstrom ist eine Organisation, die Hoffnung säen möchte. Unser Name entstammt einem Bild, das im Buch Jesaja aufgeschrieben ist: ICH will Ströme in der Wüste machen! (Jesaja 43, 20). Wir wünschen uns, dass für Menschen, die ihre Beziehungen, ihre Identität als Frau oder als Mann oder ihre Sexualität, konflikthaft erleben, ein Strom in der Wüste aufbricht.
Dabei wollen wir vornweg sagen: Auch wenn neben der Begleitung von Menschen eine unserer zentralen Aufgaben die Entwicklung von Beratungskonzepten für den Bereich „Sexualität und Identität ist: Es gibt keine pauschalen Patentrezepte. Dazu ist das menschliche Leben zu vielschichtig.
Trotzdem haben wir erfahren, dass es Hoffnung auf Veränderung von Problemen und Konflikten gibt und dass jeder Mensch ein Recht hat, Veränderungen in seinem Leben zu wagen.
wuestenstrom ist eine Organisation, die von Betroffnen für Betroffene gegründet wurde. Die Wege, auf denen wir heute Menschen hin zu Veränderung und Hoffnung begleiten dürfen, haben wir selbst auch schon beschritten. Unser Grundsatz ist: Niemand kann zum Du, wenn er nicht vorher bei sich gewesen ist.
Was uns am Anfang unserer Arbeit selbst bewegt hat, ist die Frage, wie wir in uns das Wissen um unsere Identität als Frau oder als Mann aufbauen können.
Viele von uns hatten Konflikte mit ihrer Sexualität und
Beziehungsfähigkeit. Von außen betrachtet standen wir in so verschiedenen Konfliktfeldern wie Missbrauch, Sexsucht, Eheprobleme oder Homosexualität. – Bei aller
Unterschiedlichkeit unserer Probleme, spürten wir von innen her aber immer
wieder denselben Lösungsansatz: Wir versuchten, unsere brüchige
Identität durch andere Menschen zu stabilisieren und zu reparieren. Die
Frage, wer wir sind, konnten wir dabei nicht lösen und einen Wert für
unser Selbst konnten wir dadurch auch nicht aufbauen. Wir waren
hoffnungslos und Ratschläge, wie „lebe aus, was du in dir empfindest“
oder „verdränge deine Probleme mit aller Macht“, machten uns nur
verzweifelter.
Inmitten unserer Konflikte und angebotener Lösungen empfanden wir uns
in der Wüste. Erst als wir uns von den Ratschlägen anderer lösten,
nahmen wir wahr, dass ein kleiner Strom mitten in der Wüste zu fließen
begann.
Bis heute brechen wir immer wieder auf, um Ströme in der Wüste zu
entdecken. - Aus der Selbsthilfebewegung von damals ist heute ein Team
gewachsen, das sich psychologisch und psychotherapeutisch, aber auch
theologisch professionalisiert hat. Wir haben uns zur Aufgabe gemacht,
seelsorgerliche und therapeutische Hilfskonzepte für den Bereich
Identität und Sexualität zu entwickeln und Menschen zu begleiten, die
in diesem Bereich Fragen haben.
Rund 15 Menschen arbeiten heute in unserem Kernteam. Diese Gruppe
leistet professionelle Hilfe und treibt die Entwicklung neuer Konzepte
voran. Daneben arbeiten über 400 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in Selbsthilfegruppen, die nach unseren Konzepten arbeiten.
Unsere Arbeit findet vornehmlich im deutschsprachigen Bereich statt
(Deutschland, Österreich, deutschsprachige Schweiz), aber auch in ganz
Europa.